Girokonto bei Stiftung Warentest

Test von Girokonten - blaue SterneDie Stiftung Warentest nimmt wieder die Girokonten der Banken unter die Lupe. Dabei werden die verschiedenen Kontomodelle nach unterschiedlichen Kriterien untersucht. Neben den anfallenden Kontogebühren werden bei den Girokonto Tests beispielsweise auch die Zinsen für einen Dispokredit sowie der angebotene Service bewertet. So sind die Tests ein gutes Hilfsmittel bei der Suche nach dem passenden Girokonto.

Dispozinsen von 1.500 Banken im Test

In ihrer Ausgabe 9/2015 hat die Zeitschrift Finanztest Konditionen für einen Dispo-Kredit untersucht. Dabei wurden die Konditionen von alle 1.472 Banken abgefragt, welche ein Girokonto für Privatkunden anbieten. Für Erstaunen sorgte dabei, dass viele Banken äußerst intransparent mit den berechneten Dispozinsen umgehen. Lediglich 424 Geldinstitute gaben auf Anfrage die Höhe des Zinssatzes bekannt.

Dazu kommt, dass die Banken trotz der aktuellen Niedrigzinsphase bis zu 16 Prozent Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispos verlangen. Im Vergleich zum Test des Vorjahrs sind die Dispozinsen im Schnitt um 0,4 Prozent leicht zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Banken die einen Zinssatz von 13 Prozent und mehr verlangen von 35 auf 11 reduziert.

Im Ergebnis wurden die Banken mit einem maximalen Dispozins von 8,5 Prozent und einer monatlichen Kontoführung von nicht mehr als 7 Euro monatlich zusammengefasst. Dabei wurde zwischen überregional und regional tätigen Banken unterschieden.

Bei den deutschlandweit agierenden Geldinstituten bot die Deutsche Skatbank mit ihrem „Trumpfkonto“ den günstigsten Dispozins an. Kunden zahlen hier lediglich einen effektiven Jahreszins von 4,49 Prozent. Auf die weiteren Plätzen kamen die Augsburger Aktienbank (5,05 Prozent), Fidor Bank (6,60 Prozent) und Pax-Bank (6,63 Prozent). In der Kategorie regionale Banken konnten unter anderem, die PSD Bank RheinNeckarSaar (5,04 Prozent) sowie die Sparkasse Holstein (5,71 Prozent) mit einem günstigen Dispokredit aufwarten.

Die Dispozinsen der Banken mit den meisten Kunden fielen dagegen um einiges höher aus. So lag der effektive Jahreszins der Commerzbank zum Testzeitpunkt je nach Kontomodell zwischen 9,25 und 11,25 Prozent. Bei der Deutschen Bank bewegte sich die Spanne zwischen 7,95 und 10,95 Prozent.

Tipps von Stiftung Warentest zum Girokonto:

Verbraucher sollten bei der Auswahl ihres neben günstigen Kontoführungsgebühren (siehe auch kostenloses Girokonto) auf gut erreichbare Geldautomaten sowie einen möglichst geringen Dispozins achten. Dies gilt natürlich besonders dann, wenn das Konto öfters überzogen wird. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase sollte sich der Zinssatz aktuell deutlich unterhalb der 10-Prozent-Marke bewegen. Wer seinen Dispokredit über einen längeren Zeitraum nicht zurückführen kann, sollte über die Umschuldung mit einem Ratenkredit nachdenken. Günstige Angebote gibt es schon ab einem effektiven Jahreszins von 2,99 Prozent.

Besten Konten für junge Leute laut Finanztest

In der Ausgabe 8/2014 hatte Finanztest Girokonten für Kinder, Schüler, Auszubildende und Studenten unter die Lupe genommen. Untersucht wurden die Angebote von bundesweit tätigen Banken, Direktbanken, drei Kirchenbanken sowie Sparda-, PSD-Banken und die größten Sparkassen. Um in die Wertung zukommen mussten die Girokonten gewisse Kriterien erfüllen. Hierzu gehört neben einer kostenlosen Girocard die gebührenfreie Kontoverwaltung mittels Online Banking. Separat aufgeführt wurden Banken, die eine kostenfreie Standard-Kreditkarte bzw. eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte anbieten.

Eine kostenlose Kreditkarte gibt es beispielsweise bei den Angeboten von 1822direkt und Comdirect, DAB Bank und ING-Diba. Die Konten können von Schülern, Auszubildenden und Studenten eröffnet werden. Empfehlenswert für Kinder sind unter anderem die Kontomodelle der Commerzbank, Berliner Bank und Berliner Sparkassen.

Die Bedingungen für eine Kontoeröffnung sind je nach Bank unterschiedlich. Während einige Banken bereits von Geburt an ein eigenes Girokonto anbieten, gibt es bei anderen ein Mindestalter von sechs, sieben oder zwölf Jahren. Bei Minderjährigen ist immer die Zustimmung der Eltern erforderlich. Junge Erwachsen müssen zumeist nachweisen dass sie studieren oder sich in einer Ausbildung befinden.

Günstigsten Gehalts- und Rentenkonten

Im Juni 2014 hatte Finanztest die Kosten und Leistungen von Girokonten untersucht. Im Test waren insgesamt 176 Kontomodelle von 91 Filial- und Direktbanken. Bei 68 Girokonten wurde auf die Berechnung von Kontoführungsgebühren verzichtet, im Falle von 30 ohne Bedingungen. Neben den Kontoführungsgebühren wurden beim Test noch weitere Kriterien wie Dispozinsen, Preise für Kreditkarten oder die Bedingungen beim Online Banking berücksichtigt. Bei jeder dritten Bank im Test werden Neukunden mit einer Prämie begrüßt.

Günstige Online Banken im Test:

  • 1822direkt
  • Comdirect
  • DAB Bank
  • ING-Diba
  • Netbank
  • Norisbank

Die genannten Banken boten zum Testzeitraum kostenloses Girokonto an. Bei Comdirect, DAB und ING-Diba gehört zudem auch eine kostenlose Kreditkarte zum Angebot.

Tipp der Stiftung Warentest zum Bankkonto

Ein Kontowechsel lohnt sich vor allem dann, wenn ein Online Konto mehr als 40 und ein Filialkonto mehr als 80 Euro pro Jahr kostet. Keinesfalls sollte das Girokonto alleine wegen einer Prämie gewechselt werden. Kostenlose Girokonten wurden im Test von zahlreichen Direkt- sowie einigen Filialbanken angeboten. Ein sicheres Online Banking war bei allen untersuchten Banken möglich.

Die besten Banking Apps im Test

Mittlerweile erledigen immer mehr Verbraucher ihre Bankgeschäfte zumindest teilweise über das Smartphone. Deshalb hat Finanztest in der Ausgabe 6/2015 insgesamt 38 Anwendungen unter die Lupe genommen. Voraussetzung für eine Bewertung war, dass die Apps zumindest die Abfrage des Kontostands sowie Überweisungen ermöglichen. In die Gesamtwertung flossen zu 50 Prozent die angebotenen Funktionen, zu 30 Prozent die Nutzerfreundlichkeit sowie zu 20 Prozent der Passwort- und Datenschutz ein.

Von den getesteten Apps erhielten lediglich sechs das Qualitätsurteil „gut“. Bei den Anwendungen für Android Geräte erhielten Sparkasse und Sparkasse + die Note 2,1. Beide Apps konnten mit ihrer hohen Funktionsvielfalt (Note 1,6) punkten. Für Nutzerfreundlichkeit und Passwortschutz gab es jedoch nur die Teilnote 2,5 bzw. 2,7. Bei den Produkten für iOS schnitt die App Outbank.de mit der Gesamtnote 1,7 am besten ab. Die Apps der Sparkassen kamen auf eine Gesamtnote von 1,8 und die Anwendung von ING-Diba erhielt mit der Note 2,5 ebenfalls noch das Qualitätsurteil „gut“.

Bei fast allen Anwendungen wurden im Test Mängel festgestellt. Mobiles Banking war zwar mit allen Apps möglich, es gibt jedoch teilweise noch deutlich Luft nach oben. So handelt es sich teilweise lediglich um eine verkleinerte Darstellung des klassischen Online Bankings. Positiv fiel auf, dass alle Anwendungen zumindest ein sicheres Tan-Verfahren anbieten. 26 Banking Apps bieten zum Online Banking PIN noch ein zusätzliches Passwort. Bei der App der Sparkasse lässt sich der Online Banking PIN auf dem Gerät speichern, sodass dieser später nicht mehr eingegeben werden muss. Dies stellt jedoch ein Sicherheitsrisiko dar.


Bild: © Jakub Jirsák – fotolia.com

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