Frau denkt über Alternativen zum Girokonto der Sparkasse nachDas Sparkassen Girokonto ist seit Jahrzehnten eines der beliebtesten und beständigsten Finanzprodukte in Deutschland. Nach Angaben des Sparkassen-Dachverbandes vertrauen 47,5 Millionen Kunden auf die Dienste des bekannten Geldinstituts mit dem roten Logo. Allerdings bekommt das Traditionsunternehmen aktuell Gegenwind durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Weil die Anlagen des Geldinstituts weniger Rendite abwerfen, müssen die Sparer in vielen Filialen auch bei der Sparkasse höhere Gebühren fürchten.

Lohnt sich das Sparkassen Girokonto in diesen Zeiten überhaupt noch? Welche Vor- und Nachteile gibt es gegenüber der Konkurrenz und welche Alternativen stehen zur Auswahl? Hier sind die wichtigsten Antworten zum Sparkassen Girokonto.

Sparkassen Girokonto Konditionen

Zunächst einmal ist die Frage wichtig, welche Konditionen das Sparkassen Girokonto überhaupt bietet. Bei über 400 Sparkassenfilialen mit weit über 10.000 Geschäftsstellen gibt es allerdings keine pauschale Antwort. Vielmehr sind die Bedingungen von Region zu Region unterschiedlich. Letztendlich können Kunden nur durch eine direkte Anfrage bei ihrer örtlichen Sparkasse Klarheit erhalten.

Im Allgemeinen beinhaltet ein Sparkassen Girokonto diese Leistungen:

  • Die Kontoführung ist in den meisten Filialen nur für eine Gebühr möglich, in Ausnahmefällen kostenlos: So berechnet die Sparkasse nach eigenen Angaben keine Servicegebühr für reine Online-Girokonten, die als Gehaltskonto genutzt werden.
  • Neben der EC-Karte können Kunden ihre Geldkarte mit einem Funk-Chip ausstatten lassen. Dadurch stehen Zusatzfunktionen wie das kontaktlose Zahlen beim Einkaufen via Girogo zur Verfügung. Bis zu einer Höhe von 20 Euro muss die Karte nicht eingesteckt werden, sondern wird nah an ein Lesegerät im Einzelhandel oder ein NFC-fähiges Smartphone platziert.
  • Die Kreditkarte, die insbesondere zum Geld abheben im Ausland nützlich ist, ist meistens gebührenpflichtig.
  • Sicheres Online-Banking am PC oder Smartphone, bei dem Kunden für die Transaktionen eine ChipTAN-oder smsTAN erhalten.

Nach Angaben der Sparkasse „bezahlt man in der Regel nur, wenn man selbst Geld verdient“. Doch das kostenlose Konto für junge Kunden bis zum 18 Lebensjahr sowie Studenten und Auszubildende steht offenbar vor dem Aus. „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei“, ließ sich Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), zitieren. Bislang würden die Konten für junge Kunden quersubventioniert. Zukünftig sollen sie sich aus eigener Kraft finanzieren – deshalb kommen auch Schüler und Studenten kaum noch an einer geringen monatlichen Gebühr vorbei. Wann die Gebühren erhoben werden sollen, ist aber noch offen.

Sparkasse könnte teurer werden
Quer durch das Land ist nach Angaben des Magazins „Stern“ der Trend zu beobachten, dass die Sparkassen ihre Kunden aktuell stärker an den Kosten beteiligen. Dabei beschränkt sich das Geldinstitut nicht nur auf die Kontoführungsgebühren, sondern berechnet zum Teil auch Servicegebühren für Dienstleistungen.

So kosten Papierüberweisungen mittlerweile bis zu 1,50 Euro. Als Beispiel nennt der Stern die norddeutsche Sparkasse Rotenburg-Bremervörde. Dort ist ein Girokonto in keinem Fall für weniger als 3,90 Euro im Monat zu haben. Zusätzlich fallen pro Papierüberweisung 1,50 Euro an. Selbst wer eine Transaktion am SB-Terminal selbst durchführt, zahlt 50 Cent. Auch für Online-Überweisungen werden 15 Cent berechnet. Filialen in anderen Gebieten berechnen jedoch geringe Beträge oder verzichten gänzlich auf Gebühren.

Fairerweise ist zu erwähnen, dass dieses Vorgehen für Filialbanken durchaus üblich geworden ist. So werden beispielsweise auch die Kunden der Volksbanken oder der Postbank nicht verschont. Die Direktbanken, die keinen Service vor Ort anbieten, können allein durch das unterschiedliche Geschäftsmodell günstigere Konditionen bieten.

Die Vor- und Nachteile des Sparkassen Girokontos im Überblick:

Vorteile Nachteile
Die Beratung vor Ort ermöglicht eine enge Bindung an die Sparkasse und begünstigt die Ausarbeitung eines ganzheitlichen Finanzkonzepts In der Regel ist das Sparkassen Girokonto nicht kostenlos: Die Höhe der Kontoführungs- und Transaktionsgebühren schwankt von Sparkasse zu Sparkasse. Auch die Jugendgirokonten könnten bald kostenpflichtig werden
Deutschlands dichtestes Filialnetz mit 409 Sparkassen und rund 14.450 Geschäftsstellen: In der Großstadt ist die Sparkasse an jeder Ecke und auch in kleinen Gemeinden präsent. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten zum Geld abheben: In Deutschland hat die Sparkasse 25.000 Automaten aufgestellt Ein dichtes Filialnetz bedeutet nicht zwingend eine optimale Beratung für den Bedarf des Kunden: Laut Service Value erreichen die Sparkassen im „Service Atlas Banken 2015“ in der Gunst ihrer Kunden nur eine befriedigende Note
Eine breite Auswahl an Banking-Möglichkeiten: Neben der Filiale stehen auch Online- oder Mobile-Banking zur Auswahl. Durch den hohen Kostendruck sind weitere Filialschließungen an kleinen oder unwirtschaftlichen Standorten nicht auszuschließen
Starke Einlagensicherung durch Sicherungssystem: Gesetzlich ist ein Schutz von bis zu 100.000 Euro verbrieft, die Sparkasse hat sich zudem in Krisenzeiten als zuverlässiger Partner bewährt

Weitere Informationen zum Girokonto der Sparkasse finden Sie direkt auf der Homepage.

Girokonto der Sparkasse: Alternativen

Wer Wert auf ein dichtes Filialnetz und ein enges Vertrauensverhältnis zu seinem Kundenberater legt, ist bei dem Sparkassen Girokonto goldrichtig. Dass sich die Sparkasse nicht vor der Konkurrenz verstecken muss, belegt auch ein Vergleich des Magazins Focus-Money 16/2015. In zehn untersuchten Städten zeichnete sich die Sparkasse als Testsieger für das beste Filialbanking aus: Sie war in diesen Städten siegreich:

  • Berlin
  • Düsseldorf
  • Dresden
  • Frankfurt
  • Leipzig
  • München
  • Stuttgart

Für andere Kunden kann sich jedoch eher ein anderes Geschäftsmodell bezahlt machen. Reine Online-Banker zahlen für ein Filialnetz, das sie nicht in Anspruch nehmen. Sie passen besser zu einer Direktbank, die keine Geschäftsstellen unterhält und dadurch preiswertere Konditionen in Form eines kostenlosen Girokontos bieten kann. Bei einem Girokonto Test des Fernsehsenders N24 zeichnete sich die DKB im Januar 2016 als beste von zehn Direktbanken aus. Ähnlich wie viele andere Konkurrenten stellte sie eine kostenlose Kreditkarte bereit, verzinste obendrein aber auch noch in geringem Umfang das Guthaben des Girokontos. Im „ServiceAtlas Banken“ erhielt die DKB von ihren Kunden ein sehr gutes Zeugnis. Wer sowohl Filiale als auch Online-Banking nutzen will, ist laut dem Konkurrenz-Sender n-tv bei der BBBank an einer guten Adresse. Nutzen Sie jetzt unseren kostenlosen Girokonto Vergleich und finden das für Sie beste Girokonto. Haben Sie was passendes gefunden, dann können Sie sogar das Girokonto online eröffnen.

Manche Kunden halten das Geschäftsmodell der Sparkasse für gut, haben aber persönlich schlechte Erfahrungen gemacht. Als Alternativen für Filialbanking sind Verbrauchern vor allem die genossenschaftlichen Volksbanken geläufig. Zum Beispiel erreicht die Volksbank Dortmund im Focus-Test den ersten Platz. Außerdem sind als Alternative die Sparda-Banken denkbar, die im „Service Atlas Banken 2015“ die höchste Kundenzufriedenheit erreichten. Für die Eröffnung des Kontos muss zwar einmalig rund 50 Euro bezahlt werden, anschließend ist die Kontoführung aber kostenlos.

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