Informationen sind heutzutage das A und O. Deshalb erkundigen sich Verbraucher ausführlich über Produkte und Konditionen, zum Beispiel mithilfe unseres Girokontovergleichs, ehe sie etwas kaufen oder einen Vertrag unterschreiben. Auf der anderen Seite wollen selbstverständlich auch die Unternehmen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Dazu bedienen sie sich der Daten der Schufa Holding AG. Diese speichert Informationen, die ihr zur Verfügung gestellt werden, erstellt Akten und gibt den Vertragspartnern bei Bedarf und nach strengen Richtlinien Einblick in den Datenbestand.

Geschichte der Schufa

Die Idee, eine Kartei anzulegen, die auf der Zahlungsmoral der Kunden basiert, stammt von der Berliner städtischen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (BEWAG). Das Unternehmen bot seinerzeit Elektrogeräte im Ratenkauf an. Um bei neuen Vertragsabschlüssen einfacher feststellen zu können, wer seinen Verpflichtungen bislang ordnungsgemäß nachgekommen ist, entwickelte sie eine Positivliste. Dazu wurde 1927 die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) gegründet. Da sich die Idee bewährte, wurde sie auf weitere Firmen ausgeweitet und später bundesweit umgesetzt.

Aufgaben der Schufa Holding AG

Aus den kleinen Anfängen ist im Laufe der Jahre die Schufa Holding AG geworden. Sie kommt vom Prinzip her immer noch den gleichen Aufgaben nach wie 1927. Die Partnerunternehmen übermitteln ihre Daten, etwa wenn ein Kunde ein neues Girokonto samt Kreditkarte eröffnet, und die Schufa nimmt diese Information entsprechend in die personenbezogene Akte auf. Inzwischen hat die Auskunftei über 500 Millionen Informationen zu rund 66 Millionen Privatpersonen gespeichert. Und genau an diesem Punkt setzt die Kritik an der Schufa an. Viele befürchten, zum gläsernen Kunden zu werden oder aufgrund des Datenbestandes Nachteile zu haben – insbesondere bei Kreditgeschäften.

Vor- und Nachteile der Schufaauskunft

Diese Kritik mag zum Teil berechtigt sein. Letztlich sind die Ängste, die der Name Schufa auslöst, aber völlig unbegründet. Das Unternehmen weiß weder, wie hoch der Verdienst ist, noch wo man beschäftigt ist. Außerdem sind die meisten Daten im Bestand – immerhin 91 Prozent – positiv und somit nur zum Vorteil des Verbrauchers.
Zur Erklärung: Die Schufa unterscheidet nach Positiv- und Negativmerkmalen. Zu den positiven Informationen zählen unter anderem Girokonten, die seit Jahren bestehen, Kreditkarten, mit denen es nie Probleme gab, sowie Ratenkäufe und Kredite, die ordnungsgemäß abgewickelt wurden. Diese Daten bestätigen, dass die Person zuverlässig ist und bereits das Vertrauen anderer Unternehmen genießt. Negativ sind all jene Einträge, die sich auf Problemfälle beziehen, angefangen beim Kredit, der nicht getilgt wurde, über unbezahlte Rechnungen bis hin zur Privatinsolvenz. Da sich daraus eine gewisse Unzuverlässigkeit ablesen lässt, führen Negativmerkmale in der Regel dazu, dass kein neues Girokonto eröffnet oder aber der Ratenkredit abgelehnt wird.

Schufa-Score

Um den Partnern eine schnelle Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, speichert die Schufa die Daten nicht nur, sie wertet die Informationen im Rahmen von Scoring-Verfahren auch aus. Das Ergebnis sind Score-Werte, die für verschiedene Branchen erstellt werden. Für Verbraucher ist dabei vor allem der Basis-Score entscheidend. Er wird in Prozent angegeben und spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, mit der ein Kredit vertragsgemäß bedient wird. Liegt der Basis-Score bei einem Wert von 95, heißt das, der Kunde kommt seinen Verpflichtungen zu 95 Prozent nach. Wie genau diese Zahlen zustande kommen, lässt sich nicht nachvollziehen. Sie vereinen gewissermaßen den Blick in die Vergangenheit mit Prognosen für die Zukunft.

Welche Daten hat die Schufa von mir?

Entgegen dem allgemeinen „Aberglauben“ gibt die Schufa ihren Kooperationspartner allerdings nicht alle Daten preis. Eine Schufa-Anfrage ist zudem nur bei berechtigtem Interesse gestattet, um sich ein Bild vom Zahlungsverhalten der Person machen zu können. Zur Verfügung gestellt werden dann ausschließlich die Daten, die für diese Zwecke nötig sind. Die Unternehmen erfahren zum Beispiel nicht, bei welcher Bank man ein Girokonto führt oder bei welchem Kreditinstitut man Kunde ist.

Selbstauskunft bei der Schufa

Um sich selbst davon zu überzeugen, welche Daten die Schufa gespeichert hat und wie der eigene Basis-Score aussieht, kann eine Selbstauskunft angefordert werden. Zwei Optionen stehen zur Auswahl: die Datenübersicht nach Paragraf 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die „Auskunft online“.
Die einfache Datenübersicht kann einmal pro Jahr kostenlos angefordert werden. Dazu stellt die Schufa Holding AG auf meineschufa.de ein Formular bereit, das ausgefüllt, unterschrieben und zusammen mit einer beidseitigen Kopie des Personalausweises an die Auskunftei geschickt werden muss. Die Selbstauskunft kommt dann per Post und umfasst die Übersicht aller Daten.
Deutlich komfortabler, mit einmalig 18,50 Euro (Stand: August 2012) allerdings auch kostenpflichtig, ist die Online-Auskunft. Über das Portal der Schufa können die Daten dann jederzeit eingesehen werden. Dadurch lassen sich Veränderungen, etwa beim Basis-Score, der vierteljährlich neu berechnet wird, besser verfolgen.

Falsche Schufadaten korrigieren

Dass es bei Millionen von Datensätzen ab und an zu Fehlern kommen kann, versteht sich von selbst. Verbraucher, die in ihrer Akte einen solchen Fehler entdecken, sollten sich umgehend mit der Schufa in Verbindung setzen und um eine Korrektur bitten. Online reicht dazu ein Mausklick. Die Auskunftei prüft den Fall und löscht die Informationen binnen weniger Tage aus der Akte – etwa einen schon vor Jahren gekündigten Mobilfunkvertrag. Verbraucher, die sich nicht online registriert haben, können sich schriftlich an die Schufa wenden: SCHUFA Holding AG, Privatkunden ServiceCenter, Postfach 103441, 50474 Köln. Um den Vorgang zu beschleunigen, sollten die entsprechenden Unterlagen beigefügt werden.