Erst die zeitaufwendige Suche nach der nächsten Bankfiliale – und anschließend das Schlangestehen am Bankschalter. Für viele Bankkunden leider nach wie vor ärgerlicher Alltag. Zwar hat das Onlinebanking für eine gewisse Unabhängigkeit gesorgt, wenn es um die Abwicklung von Überweisungen oder Wertpapiergeschäften geht. Sind Sie unterwegs, fällt diese Möglichkeit leider aus. Entweder suchen Sie nach der nächsten Bankfiliale oder warten solange, bis Sie wieder zu Hause am eigenen PC sitzen.

Mit einem Smartphone oder Tablet im Gepäck geht es inzwischen aber durchaus auch einfacher. Das Zauberwort heißt Mobile-Banking. Hier ist der Name Programm, denn mit dem Mobile-Banking lassen sich Bank- und Wertpapiergeschäfte unterwegs erledigen, was Sie unabhängig von Bankfilialen macht. Allerdings ist Mobile-Banking nicht gleich Mobile-Banking. Hintergrund: Im Alltag müssen der „echte“ mobile Geschäftsverkehr mit ihrer Bank und das sogenannte Mobile-Payment getrennt voneinander betrachtet werden – obwohl sich beide Varianten in einzelnen Momenten überschneiden.

Der Begriff Mobile-Banking bezieht sich ausschließlich auf die mobile Konto- und Depotführung sowie die Nutzung mobiler Kanäle für Finanzinformationen. Beim Mobile-Payment geht es – wie der Begriff bereits vermuten lässt – ausschließlich um den Bezahlvorgang. Auch wenn Sie mithilfe des mobilen Bankings von überall aus eine Überweisung erledigen und damit Rechnungen bezahlen können – die Transaktion bleibt trotzdem Bestandteil des Mobile-Banking.

Was zeichnet das Mobile-Banking genau aus? Grundsätzlich beinhaltet dessen Definition die Nutzung banküblicher Dienstleistungen aus den Bereichen:

  • Kontoführung
  • Depotführung und
  • Finanzinformationen

mithilfe eines Smartphones, Tablets oder PDAs (Personal Digital Assistant). Ausgeführt entweder auf Grundlage spezieller Programme – kurz einfach als App bezeichnet – oder mittels des im Betriebssystem integrierten mobilen Browsers, bietet das Mobile-Banking dem Onlinebanking sehr ähnliche Funktionen. Zwingende Voraussetzung für beide Varianten des mobilen Bankings ist aber immer eine bestehende Internetverbindung, um den Kontakt zwischen Smartphone, Tablet oder PDA und den Servern der jeweiligen Bank herstellen zu können.

Das Banken berechtigterweise auf den Vertriebskanal Mobile-Banking setzen, zeigt sich anhand aktueller Zahlen. Eine Untersuchung von comScore MobiLens hat für den Zeitraum von Juli 2011 bis Juli 2012 allein für Deutschland ein Wachstum von 84 Prozent bei den Zugriffen vom Smartphone auf das Bankkonto verzeichnet. Damit liegt die Bundesrepublik nur knapp unter dem EU-Durchschnitt von 85 Prozent. Absolut in Zahlen ausgedrückt haben im Juli 2012 rund 30 Millionen Europäer in diesen fünf Ländern auf ihr Konto zugegriffen – nur via Smartphone. Wie hoch ist der Anteil der Nutzer des Mobile-Banking aber an der Gesamtbevölkerung?

Smartphone Nutzung für Bankkonto

 

Wird nur Deutschland betrachtet, spricht die Zuwachsrate eine deutliche Sprache – auch wenn in der Bundesrepublik nur jeder 14. Bundesbürger das Smartphone für Bankgeschäfte nutzt. Welches Potenzial im mobilen Banking steckt, lässt sich ablesen, wenn Großbritannien, Frankreich und Spanien mit berücksichtigt werden – hier liegt die Zahl der Nutzer im Bereich Mobile-Banking bereits deutlich jenseits der 10-Prozent-Marke. Bezieht man in diese Betrachtung die Zahl der verkauften Smartphones ein, wird das Potenzial des Mobile Bankings deutlich. Allein im Jahr 2012 haben deutsche Verbraucher 18,83 Millionen Geräte erworben – Tendenz steigend.

Mobile-Banking – Browser oder App

Grundsätzlich bietet Ihnen das Mobile-Banking zwei Möglichkeiten zur Erledigung von Bankgeschäften. Auf der einen Seite können Sie einen Web-Browser nutzen – etwa in Form des systemeignen Browsers. Andererseits hat sich in den letzten Jahren eine weitere Variante für das Mobile-Banking verbreitet – der Einsatz sogenannter Apps. Dabei handelt es sich um eigenständige Programme, die auf den mobilen Endgeräten installiert und ausgeführt werden. Welche Variante ist für Sie von Vorteil?

Bevor eine Entscheidung für die Nutzung von Browser oder App fällt, müssen Sie sich als Bankkunde mit einer Frage auseinandersetzen: Wie sicher ist die Verbindung zu meiner Bank?

Die Verwendung eines Browsers für das Mobile-Banking ist in der Funktionalität mit dem „regulären“ Onlinebanking vergleichbar, da auch hier in der Regel mit der Unterstützung eines Webbrowsers gearbeitet wird. Allerdings kann Ihre Bank durch die Gestaltung mobiler Webseiten vorgeben, wie umfangreich die Funktionen des browsergestützten mobilen Bankings aussehen. Das Problem: Stellt Ihre Bank keine separate Seite für mobile Endgeräte zur Verfügung, müssen Sie die Webseite für das Onlinebanking in Ihrem mobilen Browser aufrufen. Dies erschwert die Handhabung vor dem Hintergrund der Displaygröße gängiger Smartphones deutlich.

Wie sieht der Funktionsumfang einer Banking App aus?

Bank und Entwickler geben vor, welchen Service bzw. welchen Funktionsumfang sie dem Kunden zur Verfügung stellen. Hierbei geht die Funktionalität vieler Banking Apps im Vergleich zum browsergestützten Mobile-Banking allerdings deutlich weiter.

Einige Apps bündeln beispielsweise alle Funktionsbereiche des Mobile-Banking – und ermöglichen so nicht nur die Konto- oder Depotführung – sondern stellen auch für den Nutzer wichtige Finanzinformationen zur Verfügung. Darüber hinaus sind in die Mobile-Banking Apps häufig wichtige Servicefunktionen integriert – vom direkten Kontakt zur Bank über die Möglichkeit direkter Terminabsprachen, bis hin zur Kartensperrung. Letzten Endes erreichen Sie mit der App Ihre Bank ohne langes Suchen nach einer Filiale oder dem umständlichen Scrollen und Klicken im Webportal der Bank. Darüber hinaus können Apps mit einem weiteren Vorteil punkten: Die spezielle Anpassung an die mobilen Endgeräte erleichtern die Handhabung deutlich.Hinweis: Viele Banken und unabhängige Entwickler konzentrieren sich bei der Entwicklung ihrer Mobile-Banking Apps auf die beiden Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google). Als Besitzer eines Windows Phone müssen Sie derzeit bei vielen Banken auf die Vorzüge des mobilen Bankings mittels eigener App verzichten.

App der Hausbank oder Multibanking App?

Apps sind heute auf jedem Smartphone zu finden. Dabei geht es längst nicht mehr um den reinen Zeitvertreib, viele Nutzer setzen auf Apps als Helfer im Alltag. Des Weiteren haben sich die nützlichen Programme längst auch im Bereich der mobilen Bankgeschäfte durchgesetzt. Mittlerweile bieten Privat- und Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen eigene Softwarelösungen für das Mobile-Banking an. Die folgende Tabelle verschafft Ihnen dabei beispielhaft einen Überblick, welche Banken eigene Banking Apps anbieten.
Mobile Banking App von Banken Übersicht
(Stand 2013)

Parallel dazu haben sich einige Entwickler darauf spezialisiert, sogenannte Multibanking Apps auf den Markt zu bringen. Gegenüber den Apps der einzelnen Banken, die in der Regel nur mit institutseigenen Konten arbeiten, lassen diese Universal Banking Apps eine Verwaltung von Bankkonten bei verschiedenen Instituten zu. Im Gegensatz zu den bankeigenen Apps, deren Nutzung kostenfrei ist, müssen die Multibanking Apps häufig kostenpflichtig erworben werden. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache steht natürlich die Frage im Raum, inwiefern der Einsatz einer Multibanking App sinnvoll ist? Generell lohnt sich deren Einsatz für Sie nur dann, wenn mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken existieren. In puncto Sicherheit kann festgehalten werden, dass Multibanking Apps den bankeigenen Apps in nichts nachstehen.

Betrachtet man die derzeit verfügbaren Multibanking Apps, fällt eine Entwicklung deutlich ins Auge: Bieten Banken Multibanking Apps an, sind sie kostenlos. Unabhängige Entwickler verlangen dagegen Preise zwischen ca. 0,89 Euro bis rund 9 Euro. Warum sollten Sie also Geld für etwas ausgeben, das auch kostenlos erhältlich ist? Grundsätzlich gilt für Apps der Banken eine wesentliche Einschränkung – sie lassen sich in der Regel nur in Verbindung mit einem Konto der Betreiberbank nutzen. Als Kunde anderer Banken haben Sie somit schlechte Karten. Die Apps der unabhängigen Entwickler bieten ihren Nutzern hier mehr Freiheiten. Sie ermöglichen z.B. die zusätzliche Verwaltung von PayPal- oder Kreditkartenkonten. Darüber hinaus bieten die Apps viele weitere Funktionen, wie die Synchronisation mit mehreren Endgeräten, dass Splitting einzelner Buchung und deren separate Integration in individuelle Budgets oder die Kategorisierung sowie grafische Darstellung einzelner Ausgaben usw. Multibanking Apps werden durch diesen breiten Funktionsumfang zu einem vollwertigen Finanzcenter auf Ihrem Smartphone.

Banking Apps eine Übersicht
(Stand 2013)
Hinweis:
Damit sich Ihre Konten in einer einzigen Multibanking App bündeln lassen, ist es in der Regel erforderlich, dass die entsprechende Bank das HBCI/FinTS-Protokoll unterstützt. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen bei Benutzung von Multibanking Apps mit Schwierigkeiten rechnen.

Bank im Taschenformat – Vorteile & Nachteile des Mobile-Banking

Mobile-Banking ist für Banken ein weiterer Vertriebskanal, mit dessen Hilfe sich Kunden überall und zu jeder Tageszeit erreichen lassen. Die Zielgruppe, für die das mobile Banking interessant ist, steigt stetig. Dies ist vor allem mit der zunehmenden Verbreitung der internet- bzw. HTML-fähigen Mobiltelefone zu begründen. Aus Ihrer Sicht – also der eines Bankkunden – zählen natürlich andere Vorteile.

Ein wesentlicher Pluspunkt, den das Mobile-Banking für Sie als Verbraucher mitbringt, ist die Unabhängigkeit. Sie sind mit der Möglichkeit, Bankgeschäfte einfach über das Smartphone zu erledigen, weder an die Bankfiliale gebunden noch auf den PC oder Laptop angewiesen. Statt auf dem Nachhauseweg einen Umweg machen zu müssen oder eine dringende Überweisung erst nach Feierabend erledigen zu können, sind Transaktionen in der U-Bahn, vom Bistro oder dem Park aus möglich. Ist über die mobilen Bankgeschäfte nicht nur die Erledigung des täglichen Zahlungsverkehrs möglich, sondern gehört auch die mobile Depotverwaltung und    -führung dazu, genießen Sie einen zweiten Vorteil.

Durch den Informations- und Handlungsvorsprung wird das Mobile-Banking zu einem finanziellen Vorteil. Ein spezieller Pluspunkt mancher Apps ist die Fähigkeit, Konten verschiedener Banken verwalten zu können. Haben Sie beispielsweise ihr Privatkonto bei Bank A eröffnet, das Geschäftskonto wird dagegen von Bank B verwaltet und bei Bank C haben Sie sich für das Wertpapierdepot entscheiden, können dank Universal Banking App alle Bankgeschäfte in einem Programm gebündelt werden.

Vergessen werden darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht, dass mit den mobilen Bankgeschäften auch einige Einschränkungen verbunden sind. Beispielsweise setzen manche Apps regelmäßig eine bestimmte Version des Betriebssystems für ihr Smartphone voraus. Ist ihr Betriebssystem zu alt, kann es zu Nutzungseinschränkungen kommen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, welcher die Browsernutzung betrifft. Hier geben die Banken mit ihren Seiten für mobile Endgeräte den Nutzungsumfang des Mobile-Banking vor und nicht immer sind die Leistungen enthalten, die Sie als Kontoinhaber gerade brauchen. Einer der schwerwiegenden Nachteile ist allerdings der Sicherheitsaspekt.

Sicherheit beim Mobile Banking

Betrachtet man das mobile Banking, sind die Vorteile durchaus verlockend. Doch nicht wenige Bankkunden reagieren hier nach wie vor skeptisch. Der Grund: Mangelnde Vertrauen in die Sicherheit. Sind die Zweifel aber wirklich gerechtfertigt und was müssen Bankkunden tun, um unterwegs sicher Bankgeschäfte mit dem Smartphone abzuwickeln?

Grundsätzlich sollte jedem Verbraucher klar sein, dass die Erledigung der Bankgeschäfte mit dem Smartphone oder Tablet ein gewisses Risiko mit sich bringt. Es ist daher umso wichtiger, sich der Gefahren bewusst zu sein – um entsprechend vorbeugen zu können. Wo aber bietet das mobile Banking Angriffsflächen? Wie beim Onlinebanking können auch die für das Mobile-Banking sensiblen Daten durch Phishing-Attacken abgegriffen werden – und gelangen so in die falschen Hände.

Darüber hinaus können ältere Betriebssysteme für Smartphones Schwachstellen aufweisen und so für Angriffe von außen – zum Beispiel durch Viren oder Trojaner – anfällig sein. Hat sich das Schadprogramm auf Ihrem Mobiltelefon installiert, kann es auch sensible Informationen auslesen – wie zum Beispiel Ihre Mobile-Banking Daten. Eine weitere Schwachstelle kann die Datenübertragung sein. Einfaches Beispiel: Sie sind gerade unterwegs, sitzen im Café und stellen fest, dass dieses über einen offenen WLAN-Zugang verfügt. Also schnell noch einen Blick auf den Kontostand werfen und schon ist es passiert – Sie haben sich und Ihr Konto angreifbar gemacht. Oder wissen Sie genau, dass der nette Herr am Nachbartisch Ihren Datenverkehr nicht doch aufgezeichnet hat. Der Sicherheitsaspekt verdient beim Mobile-Banking also durchaus besonderes Augenmerk. Allerdings sind es nicht generell Sicherheitslücken in den Apps. Häufig sind Fehler im Nutzungsverhalten dafür verantwortlich, dass mobile Bankgeschäfte zum Sicherheitsrisiko werden.

Sicherheitstipps: Bankgeschäfte ohne Risiko erledigen

Sicherheit ist das A und O, wenn es um die Erledigung Ihrer Bankgeschäfte geht. Ein Credo, das sich nicht nur auf den Bereich des Onlinebankings anwenden lässt. Gerade weil Sie beim Mobile-Banking mit Ihrem Smartphone oder Tablet auch von unterwegs auf das Bankkonto zugreifen können, ist der Sicherheitsaspekt hier besonders wichtig. Es kommt aber nicht nur darauf an, dass Banken und Entwickler ihre Apps auf dem neuesten technischen Stand halten – auch Sie als Nutzer müssen einige Sicherheitstipps im Auge behalten.

  • Sicherheitstipp Nr. 1: Aktualität ist Trumpf
    Immer wieder gelingt Schadsoftware – wie Trojanern und Viren – der Einbruch in ein Betriebssystem oder eine Banking-App durch bekannte Sicherheitslücken, die Entwickler durch Updates bereits geschlossen haben. Nutzer, die veraltete Softwareversionen nutzen, setzen sich daher auch beim Mobile-Banking einem erhöhten Sicherheitsrisiko aus. Achten Sie deshalb regelmäßig auf die Aktualität der Software – und installieren Sicherheitsupdates umgehend.
  • Sicherheitstipp Nr. 2: Virenscanner gibt es auch für das Smartphone
    Wer das Smartphone im Zusammenhang mit sensiblen Daten nutzt, sollte nicht nur ein Auge auf die Internetseiten haben, die mit dem Smartphone angesteuert werden, sondern auch entsprechende Sicherheitssoftware nutzen. Mittlerweile bieten fast alle Entwickler gängiger Virenprogramme eine Version für mobile Endgeräte an. Schützen Sie Ihr Smartphone mit den passenden Apps, um auch beim Mobile-Banking sicher unterwegs zu sein.
  • Sicherheitstipp Nr. 3: Nur vertrauenswürdige Apps verwenden
    Schadsoftware gelangt über verschiedene Wege auf Ihr Smartphone. In der Vergangenheit sind in diesem Zusammenhang auch Apps in Erscheinung getreten. Achten Sie als Anwender des Mobile-Bankings auf die Quellen der Programme und deren Zugriffsrechte. Am besten installieren Sie Apps nur aus Quellen, denen Sie zu 100 Prozent vertrauen können. Insbesondere gilt dieser Hinweis natürlich für die Banking App.
  • Sicherheitstipp Nr. 4: Keine Nutzung im ungesicherten WLAN
    Cafés, Restaurants oder Bars – überall werden heute WLAN-Zugänge bereitgehalten, mitunter auch ungesichert. Verzichten Sie für Ihre mobilen Bankgeschäfte auf deren Nutzung, selbst wenn die Zugänge auf den ersten Blick sicher erscheinen. Am besten nutzen Sie für den Blick aufs Konto das Netz Ihres Mobilfunkbetreibers.
  • Sicherheitstipp Nr. 5: Kontodaten niemals speichern
    Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2010 (für den Branchenverband BITKOM) haben bereits sieben Millionen Deutsche ihr Handy schon einmal verloren und vier Millionen Handy-Besitzer mussten einen Diebstahl beklagen. Mit dem Verlust steigt das Risiko beim Mobile-Banking. Speichern Sie daher weder Ihre TAN-Liste noch die PIN-Nummer oder andere Zugangsdaten auf Ihrem Smartphone. Sollte das Mobiltelefon tatsächlich verloren gehen – hier noch ein Tipp: Sogenannte Remote Wipe Programme erlauben die ferngesteuerte Löschung der Daten. Allerdings muss die entsprechende Software vorher (aus sicheren Quellen, siehe Sicherheitstipp Nr. 3) installiert werden.
  • Sicherheitstipp Nr. 6: Bankdaten niemals preisgeben
    Auch wenn es sich eigentlich herumgesprochen haben müsste – Phishing-E-Mails sind leider immer noch erfolgreich. Werden Sie durch eine Nachricht zum Abgleich bzw. zur Eingabe ihrer Zugangsdaten für das Mobile-Banking aufgefordert, sollten Sie grundsätzlich misstrauisch werden. Banken stellen generell keine Fragen nach Passwörtern oder PIN-Nummer in E-Mails.
  • Sicherheitstipp Nr. 7: Prüfen Sie ihr Konto
    Selbst wenn Sie alle Sicherheitstipps beherzigen – ein gewisses Restrisiko bleibt bestehen. Überprüfen Sie daher Ihr Bankkonto in regelmäßigen Abständen und exportieren die Buchungsdaten regelmäßig auf Ihren PC, um sie hier zu archivieren. Denn je genauer Sie Ihr Konto im Blick haben, umso schneller fallen verdächtige Kontobewegungen auf.
  • Sicherheitstipp Nr. 8: Nutzen Sie die Sperrfunktion
    Jeder Handybesitzer kennt sie – trotzdem wird sie aus Bequemlichkeit selten genutzt. Die Rede ist von der Sperrfunktion Ihres Mobiltelefons. Dabei sperrt sich das Gerät nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne selbst und kann nur durch eine Code-Eingabe wieder genutzt werden.

Überweisungen & Co. – das Problem der TAN

Wer das volle Potenzial mobiler Bankgeschäfte nutzen will, beschränkt sich in der Regel nicht nur auf den Überblick zum Kontostand, sondern will auch Überweisungen ausführen, Wertpapiere kaufen und verkaufen bzw. sich mit dem Kreditkartenkonto befassen. Das Problem: Für alle wesentlichen Aktionen wird eine Transaktionsnummer benötigt. Genau hier wird das Mobile-Banking zur Herausforderung. Warum? Als Nutzer des Onlinebankings werden Sie zwei weitverbreitete TAN-Verfahren kennen – das iTAN- und mTAN-Verfahren.

Das iTAN-Verfahren arbeitet mit einer Kombination aus Indexnummer und Transaktionsnummer. Sie als Bankkunde werden hier bei jeder Aktion aufgefordert, eine bestimmte Transaktionsnummer Ihrer TAN-Liste einzugeben. Inzwischen lediglich als Mindestsicherheitsstandard angesehen, sind viele Banken zum mTAN-Verfahren übergegangen. Hier werden Bankgeschäft und Transaktionsnummer voneinander getrennt. Es wird jedes Mal eine neue TAN erzeugt, die Ihre Bank via SMS an Sie als Bankkunde verschickt und welche Sie für den Abschluss der Aktion eingeben müssen. Hintergrund: Durch die Kanaltrennung soll ein hoher Sicherheitsstandard erreicht werden.

Für das Mobile-Banking erweisen sich leider beide Varianten nur bedingt als praktikabel. Einerseits müssten Sie für die Nutzung des iTAN-Verfahrens immer Ihre TAN-Liste mitführen, was natürlich ein erhebliches Verlustrisiko in sich birgt. Auf der anderen Seite hebt die Nutzung des Mobiltelefons fürs mobile Banking die sicherheitsrelevante Kanaltrennung des mTAN-Verfahrens auf – weshalb einige Apps dessen Nutzung ausschließen. Einen wesentlichen höheren Sicherheitsstandard versprechen im Gegenzug die Verfahren mit TAN-Generator. Hier werden ihre Transaktionsnummern bei Bedarf erzeugt. Je nach Bank unter dem Begriff sm@rt-TAN oder chipTAN bekannt, unterscheiden sich die Verfahren zwar im Detail, setzen aber beim gleichen Kerngedanken an. Sie als Bankkunde nutzen ein Generator in Kombination mit Ihrer Bankkarte, um die Transaktionsnummer zu erzeugen. Das Problem dieser relativ sicheren Verfahren ist die Tatsache, dass Sie als Bankkunde für das Mobile-Banking immer zwei Geräte brauchen – Ihr Smartphone und den TAN-Generator.

Interview Mobile-Banking an Sonja Vollrath, Ressortleiterin Internetbanking, ING-DiBa

sonja-vollrathSonja Vollrath – Leiterin Ressort Internetbanking der ING-DiBa.
Frau Sonja Vollrath leitet derzeit das Ressort Internetbanking der ING-DiBa und ist bereits seit 14 Jahren in verschiedenen Positionen für die ING-DiBa tätig.

Girokontovergleich.org: In immer mehr Haushalten sind Smartphones präsent. Welche Vorteile sehen Sie im mobilen Banking für Ihre Kunden und wie schätzen Sie das Wachstumspotenzial für die Zukunft ein?

Sonja Vollrath: Der Vorteil des mobilen Banking für Kunden ist, dass er jederzeit die Informationen erhält, die er braucht und nicht warten muss, bis er am stationären Rechner ist. Das Wachstumspotenzial ist hoch, denn schon jetzt sind mobile Nutzer dreimal mal so häufig online wie nur stationäre Nutzer.

Girokontovergleich.org: Smartphones haben das klassische Handy in den letzten Jahren verdrängt. Dementsprechend wächst auch der Markt für das Mobile-Banking. Trotzdem sind viele Bankkunden skeptisch, wenn es um Bankgeschäfte mit dem Mobiltelefon geht – vor allem aufgrund der gefühlten Unsicherheit. Welche Maßnahmen ergreifen Sie als Bank, um einen hohen Sicherheitsstandard im Mobile-Banking zu erreichen?

Sonja Vollrath: Wir ergreifen alle Maßnahmen, die nötig sind, damit Bankgeschäfte sicher sind. Allerdings ist das primäre Problem oft das Device (in dem Fall Smartphone). Daher konzentriert sich die ING-DiBa darauf, potenziellen Betrügern den Weg zum Erlangen von Geld zu erschweren bzw. unmöglich zu machen. Für den Kunden gilt vor allem das ING-DiBa Versprechen zum Thema Sicherheit.

Girokontovergleich.org: Eines der Probleme beim Mobile-Banking ist der Umgang mit den Transaktionsnummern. Das aus dem Onlinebanking bekannte und hier sichere mTAN-Verfahren wird in diesem Zusammenhang zur Schwachstelle. Können Sie Bankkunden eine Alternative empfehlen und ist auf absehbare Zeit mit einer anderen Option zu rechnen?

Sonja Vollrath: Auch hier gilt für unsere Kunden das ING-DiBa Versprechen. mTan-Nutzung für Mobile-Banking ist bei uns aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Wir überprüfen ständig neue Verfahren.

Girokontovergleich.org: Trotz der Verfügbarkeit von Banking-Apps ihrer Hausbanken nutzen Bankkunden nach wie vor mobile Browser für einen kurzen Blick auf den Kontostand usw. Sehen Sie hier im Vergleich zur Banking-App ein höheres Sicherheitsrisiko oder ist der mobile Zugang zur Bank genauso sicher?

Sonja Vollrath: Da unsere mSite identische Nutzung- und Sicherheitsverfahren wie unsere App hat, gibt es hier keinen Unterschied.

Girokontovergleich.org: Ein Handy kann verloren gehen. Und einer Umfrage im Auftrag des Branchenverbands BITKOM aus dem Jahr 2010 zufolge haben zu damaligen Zeitpunkt rund sieben Millionen Verbraucher diese Erfahrung gemacht. Wie sollten Bankkunden, die das mobile Banking nutzen, Ihrer Meinung nach in diesem Fall reagieren und lässt sich die Software ähnlich der Kreditkarte sperren?

Sonja Vollrath: Der Online-Zugang kann gesperrt werden. Dies kann der Kunde an 7 Tagen die Woche, 24 Stunden, direkt bei der ING-DiBa telefonisch veranlassen.

Girokontovergleich.org: Inhaber von Konten bei verschiedenen Banken setzen teilweise auf Multibanking Apps, um ihre Bankgeschäfte in einer Schnittstelle zu bündeln. Welche Haftungsregeln sollten Nutzer dieser Programme im Hinterkopf behalten?

 

Sonja Vollrath: Die ING-DiBa bietet kein Multibanking an. Nutzt der Kunde unsere Konten in anderen Programmen, tut er dies in aller Regel über eine HBCI-Schnittstelle. Die Nutzung unterliegt den allgemeinen Haftungsregeln der ING-DiBa.

Girokontovergleich.org: Das Smartphone ist immer und überall dabei. Neben dem Mobile-Banking rückt auch das Bezahlen mit dem Mobiltelefon immer mehr in den Mittelpunkt. Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Kunden bald eine Kombination aus beidem nutzen werden und wir auf Bargeld nicht mehr angewiesen sind?

Sonja Vollrath: Ein generelles Verschwinden von Bargeld sehen wir nicht, allerdings eventuell in Zukunft eine Nutzung des „Mobile Phones“ für das Bezahlen von kleineren Beträgen.

Girokontovergleich.org: Vielen Dank Frau Vollrath, dass Sie uns zum Thema Mobile-Banking und dessen Sicherheit Rede und Antwort gestanden haben.

Mobile-Banking vs. Mobile Payment

Mit dem Handy einfach Bankgeschäfte erledigen und im Geschäft bezahlen – was lange eher als Zukunftsmusik galt, ist inzwischen in greifbare Nähe gerückt. Dank des mobilen Bankings hat zumindest die Erledigung der Bankgeschäfte von unterwegs eine breite Zielgruppe erreicht. Beim Mobile Payment sieht die Sache allerdings anders aus. Hier steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Eine Ursache für diese Unterschiede im Entwicklungsstand sind die Herausforderungen, vor denen Entwickler und Banken stehen.

Anders als im Bereich des Mobile-Bankings, wo seit 2010 Normen für die technische Umsetzung eingeführt werden, ist beim mobilen Bezahlen nach wie vor eine hochgradige Fragmentierung der einzelnen Durchführungsstränge zu erkennen. Daraus ergibt sich ein großes Problem: Parallel zu Softwarelösungen ist eine hardwarebasierte Umsetzung des Mobile-Payments im Gespräch – zum Beispiel über NFC-Chips. NFC steht hier für Near Field Communication und bezeichnet eine funkbasierte Kommunikation über wenige Zentimeter Entfernung. Der Vorteil: Dank der Funkübertragung ist das Bezahlen im Vorbeigehen möglich.

Allerdings befinden sich entsprechende Verfahren, die mit der NFC-Technologie arbeiten, in Deutschland noch im Entwicklungs- bzw. Teststadium. In den meisten Fällen sind die Einsatzmöglichkeiten aktuell begrenzt, mit NFC-Chips lassen sich nur Rechnungen zwischen 20 – 25 Euro ohne Unterschrift begleichen. Ein weiteres Verfahren im Mobile-Payment nutzt dagegen der deutsche Einzelhandel. Hier werden in einer speziellen App die Bankdaten hinterlegt, von welchem der Zahlungsbetrag per Lastschrift abgebucht wird.

Mobile-Banking – Bankgeschäfte immer & überall erledigen

Die Verbreitung der Smartphones legt in Deutschland stetig zu. Je mehr Verbraucher auf die neue Generation der Mobiltelefone setzen, umso stärker wächst auch das Interesse am Mobile-Banking. Schließlich verbringt niemand gerne Zeit mit der Suche nach einer Bankfiliale und dem Warten am Bankschalter. Dank Banking App, die viele Institute ihren Kunden zur Verfügung stellen, lassen sich selbst Überweisungen unterwegs erledigen. Ist die App dann noch multibankfähig, haben Sie Ihr persönliches Finanzcenter immer dabei. Allerdings darf angesichts dieser neuen Freiheit der Blick für die Sicherheit nicht verloren gehen. Risiken entstehen zum Beispiel beim sorglosen Umgang mit der Banking App in offenen WLAN-Netzen, wenn PIN- und Transaktionsnummern auf dem Smartphone gespeichert werden – oder wenn Sie Ihr Smartphone gänzlich ohne Virenschutz nutzen. Behalten Sie die Sicherheit beim Mobile-Banking aber im Auge und achten auf ein entsprechendes Nutzungsverhalten, können Sie Bankgeschäfte immer und überall erledigen – statt am Bankschalter Schlange zu stehen.