Jugendlicher hebt Geld abJugendliche haben einen völlig anderen Bezug zu Geld als Kinder, die sich mit Sparbuch und Spardose begnügen. Teenager sind bereits fest in der Konsumgesellschaft verankert, treffen beim Kauf von Zeitschriften, CDs und Klamotten selbst Entscheidungen und wissen um die Bedeutung von Euro und Cent als Zahlungsmittel. Dementsprechend wichtig ist es, schon früh die Basis für ein solides Finanzverständnis zu legen. Ansatzpunkt ist das eigene Girokonto, das von vielen Banken explizit als Jugendkonto beworben und angeboten wird.

Girokonto ab dem zwölften Lebensjahr sinnvoll

Eingeschränkt geschäftsfähig ist der Nachwuchs bereits mit sieben Jahren. Auch für diese noch recht junge Kundengruppe gibt es bereits Konten und Karten. Ein solches Taschengeldkonto ist oft bereits sogar in Verbindung mit Karten in Form von Girokarte oder Prepaid-Kreditkarte erhältlich.

Finanzexperten und Verbraucherschützer raten, das Sparbuch erst ab dem zwölften Lebensjahr um ein Jugendkonto zu ergänzen. „Dann haben Kinder schon erste Taschengelderfahrungen und wissen, dass die Euros nicht einfach aus dem Automaten kommen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Die Entscheidung, wann und wo das Konto für Jugendliche eröffnet wird, treffen dann letztlich Sie als Eltern.

Kontoeröffnung bei Minderjährigen nur mit Zustimmung der Eltern

Da der Nachwuchs trotz Teenageralter noch minderjährig ist, müssen Sie als Erziehungsberechtigte den Antrag für das zukünftige Girokonto Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes mit unterschreiben. Bei der Bank vor Ort werden die Papiere dafür direkt am Schalter ausgefüllt. Direktbanken sind in puncto Jugendkonto eher zurückhaltend und öffnen ihre Pforten in der Regel erst für Kunden, die bereits volljährig sind. Wenn die Option besteht, müssen alle Beteiligten – also Sie und Ihr Nachwuchs – das Postident-Verfahren durchlaufen. Dieses Identifikations- und Legitimationsverfahren ist zwingend vorgeschrieben.

Banken vor Ort punkten mit persönlichem Service

Die Praxis zeigt, dass die meisten Eltern für die Kontoeröffnung eine Bank bevorzugen, bei der die Jugendlichen noch von einem persönlichen Ansprechpartner beraten und unterstützt werden, und daher häufig die Hausbank wählen. Für die ersten Schritte im Finanzbereich ist das ideal, weil man sich kennt und bei Problemen zügiger reagieren kann. Wichtig ist allerdings nicht nur der Service. Auch die Leistung muss stimmen. Im Idealfall räumen Banken Kunden unter 18 Jahren sogar eine Guthabenverzinsung ein. Reich wird der Nachwuchs dadurch nicht, aber immerhin.

Kostenlose Kontoführung

In puncto Kosten ist die Spanne bei Jugendkonten sehr eng. Die reinen Kontoführungsgebühren entfallen bei allen Banken. Wenn Kosten entstehen, dann für zusätzliche Angebote. Einige Unternehmen werben mit Handyversicherungen, andere mit der ersten eigenen Prepaid-Kreditkarte, teils muss auch für Lastschriften oder die Girokarte bezahlt werden. Hier gilt es, sich ein genaues Bild davon zu machen, was geboten und ob es später überhaupt genutzt wird. Die Kreditkarte auf Guthabenbasis ist sicherlich auch für 14- oder 15-Jährige interessant, sollte aber nicht zu teuer bzw. möglichst sogar kostenfrei sein. Gedanken um Dispozinsen müssen Sie sich indes noch nicht machen. Solange die Jugendlichen nicht voll geschäftsfähig sind, darf die Bank ihnen keinen Kredit einräumen und das Jugendkonto lediglich im Guthaben geführt werden.

Überweisungen, Bargeldverfügungen & Co.

Ansonsten funktioniert ein Jugendkonto wie jedes andere Girokonto. Als Kontoinhaber können Jugendliche bequem Überweisungen ausführen oder Zahlungen – wie zum Beispiel einen Teil ihres Taschengeldes, die Zuwendungen der Oma oder auch den Lohn vom Ferienjob – empfangen. Bargeldverfügungen sind bei Filialbanken entweder am Schalter oder noch einfacher direkt am Geldautomaten möglich. Dafür bedarf es einer Bank- oder Girokarte. Damit lassen sich dann auch die Kontoauszüge drucken. Das mag banal klingen, ist aber enorm wichtig.

Sicher geht auch beim Jugendkonto vor

Denn ob Jugendlicher oder Erwachsener: Die Zahlungsvorgänge regelmäßig zu überprüfen – mindestens einmal im Monat – dient der eigenen Sicherheit. Nur so können Fehlbuchungen oder Betrugsversuche rechtzeitig aufgedeckt werden. Ohnehin raten Experten dazu, dem Nachwuchs bei den Bankgeschäften noch ein wenig über die Schulter zu schauen. Das gilt insbesondere für den Fall, dass bereits Online-Banking genutzt wird.

Wie lange ist das Konto kostenlos?

Tipp: Sie sollten sich bereits beim Kontoantrag darüber informieren, wie lange das Konto bzw. die Kontoführung kostenfrei ist. Denn irgendwann sind die Kinder volljährig. Dann kann es unter Umständen teuer werden. Hier gelten ganz unterschiedliche Regeln. Bei einigen Banken markiert der 18. Geburtstag die Grenze, bei anderen werden Gebühren für die Kontoführung erst fällig, wenn der Kunde älter als 23 Jahre ist. Das ist teils abhängig vom Status: Schüler, Studenten und Auszubildende dürfen das Jugendkonto üblicherweise auch weiterhin kostenfrei nutzen. Hier lohnt es sich, die Konditionen genau zu studieren. Auch als Erwachsener ist möglich, durch einen Wechsel weiterhin ein kostenloses Girokonto zu nutzen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 votes, average: 4,80 out of 5)
Loading...

Bilder: © wildworx  – fotolia.com, © stockWERK – fotolia.com