Der Gedanke an einen Girokontowechsel schreckt viele Bankkunden ab. Obwohl sie mit den Gebühren, der Leistung oder dem Service unzufrieden sind, halten sie ihrer Bank die Treue, statt sich um ein besseres und günstigeres Angebot zu bemühen. Zugegeben, das Girokonto zu wechseln, nimmt ein wenig Zeit in Anspruch und ist nicht von heute auf morgen erledigt. Wenn man aber Schritt für Schritt vorgeht und den Wechsel in aller Ruhe angeht, handelt es eine um lösbare Aufgabe.

Girokontowechsel – das sind die Schritte

Der Vorgang des Girokontowechsels ist vergleichbar mit einem Etappenlauf. Wie lange man sich dafür Zeit nimmt, spielt letztlich keine Rolle. Entscheidend ist nur, keines der Zwischenziele zu überspringen. Sonst hat man am Ende zwar ein neues Konto, steht unter Umständen aber vor Problemen, die man sich hätte sparen können. Von daher raten wir, nichts zu übereilen und gegebenenfalls die Hilfe der Banken in Anspruch zu nehmen. Denn viele Unternehmen bieten einen kostenlosen Kontowechselservice. Allerdings umfassen diese Dienste bisweilen nur ein Teil der nötigen Schritte weg vom alten hin zum neuen Girokonto.

Vor Wechsel des Girokontos: Neues Konto suchen und eröffnen

Der wichtigste Part ist die Entscheidung, der bisherigen Bank „Lebewohl“ zu sagen. Das kostet zweifelsohne Überwindung, macht sich in den meisten Fällen aber bezahlt. Nur darf man keinesfalls sofort kündigen und alle Seile kappen. Das ist erst der allerletzte Schritt. Vorher gilt es, über unseren Girokontovergleich ein neues Konto zu finden, das den persönlichen Ansprüchen besser genügt und sämtliche Zahlungsvorgänge umzuleiten.

Zahlungsvorgänge auflisten

Steht die neue Bankverbindung erst einmal und wurde ein Sockelbetrag eingezahlt, kann der eigentliche Wechsel eingeleitet werden. Dazu müssen die Kontoauszüge von mindestens zwölf Monaten aus dem Schrank geholt und gesichtet werden. Das Hauptaugenmerk gilt dabei allen Buchungen, die automatisch erfolgen, weil eine Lastschriftvereinbarung unterschrieben oder ein Dauerauftrag eingerichtet wurde. Das trifft zum Beispiel auf die Miete, sämtliche Versicherungen, Vereinsbeiträge, Abschlagszahlungen für Strom, Wasser und Gas, Mobilfunk-, Telefon- und Internetverträge sowie die Geschäftsverbindungen zu vielen Versandhäusern zu. Tipp: Listen Sie alle Zahlungsvorgänge getrennt nach Dauerauftrag und Lastschrift auf.

Beim Girokonto: Daueraufträge ändern

Die Daueraufträge können problemlos gekündigt oder gelöscht werden, müssen beim neuen Girokonto dann aber direkt wieder eingerichtet werden, damit der Zahlungsfluss nicht unterbrochen wird. Deshalb ist es auch so wichtig, gleich zu Beginn dafür zu sorgen, dass das Konto ausreichend gedeckt ist. Sonst rutscht man ungewollt in die Miesen und zahlt unnötig Dispositionszinsen.

Zahlungs- und Geschäftspartner über die neue Bankverbindung informieren

Deutlich mehr Arbeit stellen die Lastschriftvereinbarungen und die Zahlungseingänge dar. Die Geschäftspartner, allen voran der Arbeitgeber oder die zuständige Rentenstelle, müssen über die neue Bankverbindung informiert werden. Bei vielen Firmen können die Kontonummer und die Bankleitzahl inzwischen online geändert werden – zum Beispiel bei vielen Versandhäusern und auch bei Mobilfunkunternehmen. Ansonsten reicht bisweilen ein Anruf bei der Servicehotline. Die dritte Option: Die Firmen werden schriftlich gebeten, künftig nur noch das Konto bei der neuen Bank zu nutzen. Dazu stellen viele Banken kostenfrei Formulare zur Verfügung, auf denen die neuen Daten bereits eingedruckt sind.

Alte Girokonto kündigen

Diese Umstellung dauert bisweilen ein paar Wochen oder auch Monate. Bis dahin muss das alte Konto bestehen bleiben und ebenfalls ausreichend Guthaben aufweisen. Klappt die Umstellung nicht, sollte man nachhaken und erneut auf die neue Bankverbindung hinweisen. Im Laufe der Zeit „trocknet“ das alte Konto dann gewissermaßen aus. Es wird weder Geld eingezahlt, noch werden Beträge abgebucht. Kommt der Zahlungsfluss völlig zum Erliegen, kann die Kündigung geschrieben und an die Bank geschickt werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, wartet noch ein wenig ab. Denn sollten doch noch Buchungen erfolgen, die man übersehen hat, müssen unter Umständen Gebühren für eine Rücklastschrift bezahlt werden. Das macht die Vorbereitung des Girokontowechsels und die Liste der Zahlungspartner so ungemein wichtig. Lesen Sie hier mehr zum Thema Girokonto kündigen.

Zusammenfassung zum Kontowechsel

  • Über unseren Kontovergleich ein neues, günstigeres und besseres Girokonto suchen und eröffnen.
  • Einen ersten Grundbetrag auf das neue Konto einzahlen, um für die ersten Zahlungsvorgänge gerüstet zu sein.
  • Daueraufträge beim alten Konto löschen und beim neuen einrichten.
  • Alle Zahlungspartner über die neue Bankverbindung informieren. Das gilt laut comdirect Bank unter anderem für folgende Positionen: Arbeitgeber bzw. Rentenstelle oder Behörde, Miete, Strom-, Gas- und Wasserversorger, Finanzamt (Kfz- und Einkommensteuer), Versicherungen, Telefon-, Mobilfunk- und Internetanbieter, Banken (Hypotheken, Kredite, Kreditkarten), Leasingfirmen, Versandhäuser, GEZ, Kabelanbieter, Abonnements, Jahreskarten, Verkehrsbetriebe, Vereine, Fitnessstudio, Lotto und Spenden.
  • Das alte Konto darf erst gekündigt werden, wenn alle Zahlungsvorgänge erfolgreich über die neue Bankverbindung abgewickelt werden.
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