Online Konto eröffnen - Junge Frau am Computer

Rund 100 Millionen Girokonten gibt es nach Angaben der Bundesbank in Deutschland bereits. Durch Neueröffnungen und Wechsel steht der Finanzmarkt aber nie still. Wer heutzutage ein Girokonto eröffnen möchte, wählt oft  den bequemen Weg über ein Online-Verfahren – zumal bei den günstigen Direktbanken ohnehin keine andere Möglichkeit besteht. Doch auch die Kunden der Filialbanken eröffnen ihr Girokonto heute oftmals per Mausklick. Natürlich nehmen sich die Bankangestellten auch weiterhin Zeit für ihre Kunden. Wer in der Filiale ein Girokonto eröffnen möchte, kann im Zweifelsfall unkompliziert nachfragen und wird individuell beraten.

Alles in allem sind beide Wege zum Eröffnen eines Girokontos sehr einfach – egal ob es Jugendlicher, Student, Berufstätiger oder Rentner. Schwieriger ist es, überhaupt das passende Angebot für die eigene Lebenslage zu finden. Ein Überblick über die besten Konditionen bietet der Ratgeber-Artikel über die besten Girokonten im Test. Bei vielen Direkt-, aber auch einigen Filialbanken ist es möglich, ein kostenloses Girokonto zu eröffnen.

Girokonto in der Filiale eröffnen

Der klassische Weg zur Eröffnung eines Girokontos führt in die Filialbank. Das Antragsformular ist so einfach und übersichtlich gestaltet, dass es auch leicht ohne fremde Hilfe ausgefüllt werden könnte. Es werden vor allem persönliche und berufliche Daten abgefragt. So müssen Kunden beispielsweise Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Meldeadresse, aber auch ihren beruflichen Status angeben.

Das Gespräch mit einem Bankangestellten kann nützlich sein, um sich über weitergehende Optionen beraten zu lassen. Verbraucher können zusätzlich eine Kreditkarte erhalten oder ein Depot eröffnen. Außerdem können sie ihr Erspartes auf einem etwas höher verzinsten Tages- oder Festgeldkonto platzieren.  Zudem können Kunden im Vier-Augen-Gespräch auch kritische Nachfragen, etwa über die Höhe der Dispozinsen, stellen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass sie sich mit ihrem Personalausweis oder Reisepass vor Ort ausweisen können. Das beschleunigt die Eröffnung des Girokontos. Jugendliche unter 18 Jahren benötigen außerdem eine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Eltern sowie eine Kopie der Ausweise. Wer einen Dispositionskredit wünscht, sollte außerdem die Gehaltsbescheinigungen der letzten drei Monate mitbringen.

Vor Ort können die Bankangestellten das Girokonto sofort eröffnen. Dem Kunden werden unverzüglich IBAN und BIC sowie Kontonummer und Bankleitzahl mitgeteilt. Die Giro/EC-Karte kann nicht auf Anhieb angefertigt werden, sondern wird innerhalb von einer Woche mit der Post zugeschickt. Kreditkarten erhalten Kunden ebenfalls auf dem Postweg. Die Pin-Nummern werden stets separat zugestellt, um einem möglichen Missbrauch der Daten vorzubeugen.  Nach rund einer Woche können Kunden erstmals Geld von ihrem neu eröffneten Konto abheben.

Girokonto online eröffnen

Knopf Konto eröffnenAlle wichtigen Geldinstitute ermöglichen es, ein Girokonto online zu eröffnen. Der Ablauf unterscheidet sich nur leicht von der Filiale. Als erster Schritt ist es notwendig, das Antragsformular auszufüllen und  auf der Homepage der Bank oder per Post abzuschicken. Zusätzlich müssen Zugangsdaten für das Online-Banking festgelegt werden.

Anschließend müssen die Banken die Identität ihrer Kunden überprüfen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine gängige Variante ist das Postident-Verfahren. Kunden finden in dem Antragsformular einen Coupon, in dem Abrechnungs- und Referenznummer genannt werden. Diesen Coupon können sie bei einer Poststelle ihrer Wahl vorzeigen und sich unter Vorlage ihres Personalausweises oder Reisepasses ihre Identität bestätigen lassen. Die Kosten trägt die Bank, der Kunde wird nicht belastet. Der Postangestellte reicht den ausgefüllten Coupon schließlich für die Freischaltung des Kontos an das Geldinstitut weiter. Mittlerweile gibt es bei einigen Banken jedoch einen schnelleren und komfortableren Weg: Über eine App können sich beispielsweise Commerzbank-Kunden mit Hilfe ihres Smartphones oder Tablets per Video mit einem Bankmitarbeiter verbinden lassen. Für die Legitimation müssen ebenfalls Personalausweis oder Reisepass bereitgehalten werden.

Nun steht der Eröffnung des Girokontos nichts mehr im Wege. Im Idealfall noch am gleichen Tag, spätestens nach einigen Tagen bestätigt die Bank per Mail oder per Post, dass das Konto nun verfügbar ist. Nun können sich Kunden einloggen oder in der Filiale am Automaten Bankgeschäfte tätigen.

Voraussetzungen für ein Girokonto

Nicht jedes Girokonto ist für jeden Bürger verfügbar.

Die Voraussetzungen sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Kunden mit schlechter Bonität bleiben bei den attraktiven Angeboten oftmals außen vor. Während einige Geldinstitute für ein kostenloses oder günstiges Girokonto keine Anforderungen stellen, ist bei anderen Banken ein fester Zahlungseingang durch Gehalt oder Rente erforderlich.
Beispielsweise ist das Girokonto bei der Commerzbank erst ab einem monatlichen Eingang von 1.200 Euro kostenfrei. Wer diese Summe nicht erreicht, zahlte im April 2016 rund 10 Euro im Monat. Bei anderen Banken ist es üblich, mit dem Eröffnen eines Girokontos Genossenschaftsanteile zu erwerben. So beteiligen sich die Kunden der Sparda-Banken einmalig mit einer Zahlung von 52 Euro.

Bei speziellen Jugend-Konten ist nicht das Einkommen, sondern in erster Linie das Alter ausschlaggebend. Wer selbst noch keine geregelten Verdienste hat, wird gegenüber anderen Kunden oftmals begünstigt. Die meisten Banken haben kostenlose Schüler- und Studentenkonten in ihrem Portfolio. In ein normales Konto werden diese Produkte meistens ab einer bestimmten Altersgrenze, mit der Exmatrikulation oder der Aufnahme einer Arbeit umgewandelt.

Girokonto eröffnen und Prämie kassieren

Bei vielen Banken ist es üblich, Neukunden für die Eröffnung eines Girokontos eine Prämie zu gewähren. Die Commerzbank stellt beispielsweise nicht nur ein Startguthaben von 50 Euro in Aussicht, sondern zahlt weitere 75 Euro für jede Empfehlung an Freunde und Bekannte, die sich daraufhin ebenfalls der Commerzbank anschließen. Die Postbank überzeugt ihre Kunden ebenfalls mit 50 Euro, ein Girokonto zu eröffnen. Dazu kommen jeweils 50 Euro für die Nutzung als Gehaltskonto und die erfolgreiche Weiterempfehlung.

Von diesem Werben sollten sich Kunden aber nicht allzu sehr beeindrucken lassen, denn wichtiger ist, dass die Konditionen auch ohne Zuschuss auf lange Sicht stimmen. Bei der Postbank, die Einsteiger mit einer Prämie lockt, kostet die Visa-Karte beispielsweise ab dem 2. Jahr 22 Euro. Einige Mitbewerber stellen die Kreditkarte jedoch kostenlos zur Verfügung. Damit sich der vermeintliche Vorteil nicht in Luft auflöst, sollten unter anderem die Kontoführungsgebühren, Kosten für die Kreditkarte, die Höhe der Dispozinsen oder die Gebühren für Geld abheben im Ausland verglichen werden. Lesen Sie hier mehr zum Thema Girokonto mit Startguthaben.

Girokonto wechseln und neu eröffnen

Stiftung Warentest hält einen Wechsel des Girokontos für sinnvoll, wenn pro Jahr höhere Gebühren als 40 Euro bei reinem Online-Banking oder 80 Euro als Filialnutzer entstehen. Trotz günstiger Konditionen schrecken viele Kunden jedoch vor einem Wechsel des Girokontos zurück, weil damit ein vermeintlich großer Aufwand einhergeht. Schließlich müssen alle Daueraufträge und Einzugsermächtigungen geändert werden. Informiert werden müssen oft der Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen, Vereine, Finanzamt, Internet-, Kabel- und Stromanbieter oder die GEZ.  Bei dieser Vielzahl kann es passieren, dass aus Versehen ein Zahlungspartner vergessen wird.

Doch die Angst vor Veränderung sollte kein Hindernis darstellen. Kunden müssen kaum noch manuell tätig werden, sondern werden vielmehr oft durch die Bank unterstützt. Die Volksbank greift ihren Neukunden unter die Arme, indem sie die Kommunikation mit der kontoführenden Bank komplett übernimmt. Auch die Sparkasse bietet einen „Umzugsservice“ an, bei dem die bisherigen Daueraufträge automatisch auf das neue Girokonto umgeleitet werden. Die Commerzbank stellt eine App zur Verfügung, mit der die bisherigen Transaktionspartner automatisch innerhalb von zehn Minuten über das neue Konto informiert werden. Insgesamt geben sich die Geldinstitute also alle Mühe, Bürgern die Neueröffnung eines Girokontos zu erleichtern.

Prinzipiell ist es möglich, das alte Konto fristlos und frei von einer bestimmten Form zu kündigen. Dies ist aber nur sinnvoll, wenn Kunden sicher sind, dass alle Zahlungspartner über die neue Verbindung informiert sind. Verbraucherschützer raten dazu, zunächst für zwei bis drei Monate beide Girokonten parallel laufen zu lassen. So können im Zweifelsfall kostspielige Mahnungen vermieden werden. Ist die Kündigung vollzogen, sollte die Girocard unbrauchbar gemacht werden – entweder bleibt dies dem Kunden oder dem Geldinstitut vorbehalten.

Girokonto eröffnen trotz Schufa?

Nicht alle Deutschen können ohne Probleme ein Girokonto eröffnen.  Vor allem, wenn das Produkt auch eine Kreditkarte und einen Dispokredit beinhaltet, werden wenig solvente Kunden in der Regel abgelehnt. Dadurch werden die Verbraucher oftmals auch vor sich selbst geschützt. Doch so gut wie Niemand kommt ganz ohne ein Konto aus. Wer in der Schuldenfalle steckt, sollte sich aber besser nicht auf dubiose Angebote zur Girokontoeröffnung trotz schlechtem Schufa-Eintrag einlassen. Auch der Weg ins Ausland ist oftmals nur bedingt sinnvoll, weil sich die Geschäfte schlechter zurückverfolgen lassen. Nicht selten wird die finanzielle Not nur noch verschlimmert.

Besser ist es in der Regel, eine Schuldnerberatung aufzusuchen und parallel ein Konto auf Guthabenbasis zu eröffnen. Die Sparkassen öffneten schon vor einigen Jahren mit ihrem „Bürgerkonto“ auch Obdachlosen oder Asylsuchenden die Tür. Laut Stiftung Warentest waren 670.000 Personen ohne Konto. Mittlerweile haben sich die Banken aber nicht nur freiwillig verpflichtet, zumindest ein Guthabenkonto zur Verfügung zu stellen. Im März 2016 wurde dies durch ein Gesetz verankert und dadurch eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgewandelt. Jeder kann also ein Basiskonto eröffnen, das mit dem tatsächlichen Guthaben geführt wird und nicht überzogen werden kann. Dieses Angebot ist aber in der Regel nicht kostenlos, sondern kostet einige Euro im Monat.

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