Paar bei Beratung in BankfilialeÜber die Frage, wo man ein Girokonto eröffnen sollte, lässt sich trefflich streiten. Auf der einen Seite gibt es die Befürworter der Filialbanken, auf der anderen stehen die Verfechter der Direktbanken. Beide Unternehmensformen sind je nach Anspruch des Kunden durchaus empfehlenswert, unterscheiden sich in ihrem Angebot bisweilen aber merklich in Preis, Leistung und Service. Je nachdem, wie diese Faktoren gewichtet werden, fällt die Entscheidung mal zugunsten der Filialbank, immer öfter aber für eine Direktbank aus.

Filialbanken setzen auf den Klebeeffekt

Der Vorteil liegt eigentlich klar auf Seiten der Filialbanken. Sie sind in nahezu jedem Ort oder zumindest in der näheren Umgebung vertreten. Zudem erfolgt der erste Kontakt mit einer Bank häufig in einer Filiale, wenn Mutter oder Vater ein Sparbuch eröffnen und der Nachwuchs später fleißig das Taschengeld einzahlt. Banken setzten dabei auf den sogenannten „Klebeeffekt“, sprich: Sie hoffen auf die Treue der Kunden und gewissermaßen auch darauf, dass Verbraucher sich vor einem Girokontowechsel scheuen, obwohl dieser heute sehr einfach ist. Dazu wuchern sie mit ihren Pfunden, dem persönliche Service und dem Umstand, dass man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennt. Das schafft Vertrauen auf beiden Seiten.

Hohe Kontoführungsgebühren bei Filialbanken

Wer von dieser Liaison mehr profitiert, Bank oder Kunde, steht auf einem anderen Blatt. Denn den Service lassen sich Kreditinstitute mit Filialbetrieb meist teuer bezahlen. Das macht sich unter anderem beim Girokonto bemerkbar. Fünf Euro Kontoführungsgebühren pro Monat sind keine Seltenheit. Das macht 60 Euro im Jahr. Teils gibt es das Konto zwar kostenlos, dafür muss der Kunde aber sämtliche Transaktionen am Automaten oder via Internet ausführen. An diesem Punkt endet dann die persönliche Betreuung und es spricht grundsätzlich nichts dagegen, gleich zu einer Direktbank zu wechseln.

Service bei Direktbanken

Direktbank Telefonsupport FrauDas Konto von einer Filial- zu einer Onlinebank zu verlegen, ist dann – anders als oft vermutet – nicht gleichbedeutend damit, ganz auf Service verzichten zu müssen. Der Servicegedanke der Direktbanken ist nicht minder ausgeprägt als der von Instituten vor Ort. Schließlich leben die Unternehmen von zufriedenen Kunden. Die Betreuung erfolgt daher lediglich auf einer anderen Ebene. Statt Auge in Auge wird per Telefon oder E-Mail kommuniziert. Das klappt wunderbar und stellt auch Laien nicht vor unlösbare Probleme. Den Servicemitarbeitern ist durchaus bewusst, dass nicht jeder Kunde ein Onlineprofi ist. Sie stehend „Anfängern“ daher helfend zur Seite und erklären, worauf zu achten ist. Zudem haben die Hotlines deutlich längere „Öffnungszeiten“ als Filialbanken. Die Berater sind oft auch abends und am Wochenende zu erreichen.

Mehr Leistung für weniger Geld?

Entscheidend sollte aber sein, was die Bank ihren Kunden bietet. Beim Girokonto mag es da auf den ersten Blick kaum Unterschiede geben. Die Konten erfüllen allesamt die wichtigsten Aufgaben: Einzahlungen, Auszahlungen, Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften. Daher kommt es auf das Gesamtpaket und den Mehrwert an. Während Filialbanken üblicherweise nur ein Konto anbieten, schnüren Direktbanken häufig kleine, perfekt aufeinander abgestimmte Pakete aus Girokonto, girocard, Kreditkarte, Tagesgeld und Depot. Idealerweise zahlen Kunden dafür keinen Cent, entweder ohne Wenn und Aber oder unter der Voraussetzung, dass ein Mindestgehalts- bzw. Mindestgeldeingang verbucht wird. Hier lohnt sich dann ein Blick auf unseren Girokonto Vergleich, um möglichst kostenfrei zu bleiben.

Bargeldversorgung von Direktbanken am Automaten

Ein Argument, das viele Filialbanken gegen ihre Konkurrenz zu Felde führen: die Bargeldversorgung an Automaten. Da Onlinebanken kein eigenes Automatennetz unterhalten, sind sie auf Kooperationen mit anderen Bankhäusern angewiesen. Zudem werden immer mehr Partnerschaften mit Supermärkten und Tankstellen geschlossen, sodass die Versorgung weitgehend flächendeckend gewährleistet ist. Ehe man sich für eine Direktbank entscheidet, sollte man sich allerdings nach wie vor darüber informieren, wo man gebührenfrei Geld abheben kann. Viele Banken bieten kostenlose Kreditkarten, die es weltweit ermöglichen, kostenlos Bargeld abzuheben.

Fazit: Direktbanken haben die Nase vorn

Fassen wir zusammen: Bei den reinen Kontoführungsgebühren nähern sich Filialbanken immer mehr den Direktbanken an. Sie springen gewissermaßen auf einen fahrenden Zug auf und bieten ebenfalls kostenlose Konten an. Dafür tendiert der Service dann gegen null oder muss extra bezahlt werden. Hier trumpfen die Direktbanken mit ihrem Servicegedanken auf, der sich auch im Leistungsspektrum widerspiegelt. Sie bieten den Kunden nicht nur ein Konto, sondern sinnvolle Gesamtlösungen. Wer sich mit dem Gedanken an den Service per Telefon und Transaktionen via Internet anfreunden kann, ist bei einer Direktbank also sehr gut aufgehoben.

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