Das beliebteste Girokonto der Postbank nennt sich “Giro Plus” und ist bei einer beleglosen Kontoführung kostenlos. Überweisungen im Online-Banking oder am Terminal werden sofort im System erfasst und somit frei von Gebühren. Aufträge, die von Mitarbeitern bearbeitet werden müssen, kosten pro Vorgang 99 Cent. Diese beleghaften Buchungen sind nicht nur bei Überweisungen, sondern auch Schecks- oder Wechseleinzugsaufträgen denkbar. Sie sind eine Folge der niedrigen Zinsen, durch welche die Banken zu Sparmaßnahmen und höheren Gebühren gezwungen sind.

Das Konto der “gelben” Marke enthält sowohl Vor- als auch Nachteile. Zu den Stärken gehört zweifelsohne das dichte Filialnetz und der Service vor Ort. Laut Focus-Money hat keine andere überregionale Bank durchschnittlich so lange geöffnet wie die Postbank, die 51 Stunden pro Woche Einlass gewährt. Kunden können sich in mehr als 1.000 Finanzcentern beraten lassen. Allerdings steht in mehreren Großstädten die Schließung von einigen Filialen bevor, wie im April 2016 bekannt wurde.

Zum Geld abheben haben Kunden aber ohnehin viele Alternativen: Neben den Filialen stehen etwa 10.000 Automaten, sowie 1.300 Shell-Tankstellen und 180 Obi-Märkte zur Auswahl. Auch in allen Filialen der Deutschen Post können sich Kunden mit Bargeld versorgen.

Girokonto der Postbank im Ausland eingeschränkt

Im Ausland sind die Möglichkeiten deutlich begrenzter. Mit der Kreditkarte VISA Card können Kunden innerhalb der €uro-Zone ohne Gebühren Bargeld abheben. Bei Fremdwährungen werden pro Abhebung 1,85 Prozent des Auslandsumsatzes berechnet. Hier bieten einige Direktbanken einen größeren Geltungsbereich und ermöglich das kostenlose Abheben von Bargeld rund um den Globus. Die Kreditkarte ist bei der Postbank außerdem nur im ersten Jahr kostenlos, anschließend werden 22 Euro pro Jahr fällig. Hier gibt es bessere Angebote.  Alles in allem sind die Kosten als Filialnutzer aber im Rahmen, den die Stiftung Warentest vorgibt: Erst ab jährlichen Ausgaben von 80 Euro halten die Verbraucherschützer ein Komplett-Angebot für überteuert.

Das Girokonto der Postbank bleibt deutlich unter dieser Marke, trotzdem in Form des Dispokredits eine Schwachstelle deutlich. Die Dispozinsen sind mit 10,55 Prozent zwar handelsüblich für überregionale Großbanken, erfüllen aber in diesem Fall nicht die Anforderungen der Stiftung Warentest. Die Experten bevorzugen Angebote mit Dispozinsen, die deutlich unter 10 Prozent liegen.

Postbank Girokonto Konditionen im Überblick:

Produktname Giro plus
Kosten für Kontoführung Keine bei belegloser Kontoführung
Anzahl der Filialen 1.100 Postbank Finanzcenter
Anzahl der Automaten In Deutschland ca. 10.000 Automaten der Cash-Gruppe
Geld abheben im Ausland In der €uro-Zone mit der VISA Card kostenlos, darüber hinaus Gebühren in Höhe von 1,85 %
Kreditkarte Visa-Karte für 22 Euro (im ersten Jahr kostenlos)
Dispozinsen 10,55 % (14,95 % für geduldete Überziehungen)
Guthabenzinsen keine

Stand: April 2016

Alternativen zum Postbank Girokonto plus

Das Giro plus-Konto ist nicht das einzige Angebot der Postbank. Es unterscheidet sich von den anderen Produkten im Wesentlich davon, dass für eine kostenlose Kontoführung kein Gehaltseingang vorausgesetzt wird. Dies ist beim Girokonto für anspruchsvolle Kunden und Besserverdiener anders: „Giro extra plus“ enthält etliche zusätzliche Leistungen wie eine Postbank Karte in Gold, starke individuelle Beratung sowie Rabatte für Reisen. Die Kosten für dieses Girokonto hat die Postbank gestaffelt: Erst ab einem Gehaltseingang von 4.000 Euro im Monat ist das Angebot komplett gebührenfrei. Zwischen 1.000 und 3.999 Euro müssen Kunden pro Monat 3,90 Euro zahlen. Bei Einnahmen von unter 1.000 Euro lohnt sich das Konto durch die Gebühr in Höhe von 9,90 Euro kaum.

Desweiteren hat die Postbank ein spezielles Angebot für Sportbegeisterte in ihrem Portfolio. Als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach bietet sie ein „Fohlen-Konto“ an, das sich in den Konditionen stark an „Giro plus“ orientiert. Das Besondere an dem Girokonto ist die Visa-Karte im Gladbach-Look. Kostenlos ist das Angebot erst ab einem monatlichen Geldeingang von 1.000 Euro, unter dieser Grenze werden 5,90 Euro fällig. Eine identische Summe müssen auch alle Kunden mit schlechter Bonität beim Guthabenkonto zahlen. Wer als nicht kreditwürdig erachtet wird, kann immerhin ein Girokonto auf Basis des tatsächlichen Guthabens eröffnen.

Für junge Kunden bietet die Postbank das Giro start direkt-Konto. Es ist bis zum 22. Lebensjahr bei einer beleglosen Kontoführung kostenlos und gut als Konto für Schüler geeignet. Für Studenten, die oftmals zu diesem Zeitpunkt ihren Abschluss noch längst nicht in der Tasche haben, kommt im Anschluss das reguläre Giro plus-Konto in Frage.

Die Alternativen zum Giro plus im Überblick:

  • Giro extra plus für Anspruchsvolle und Gutverdiener
  • Fohlen-Konto für Sportfans
  • Guthabenkonto für Kunden mit geringer Bonität
  • Giro start direkt für junge Leute

Postbank Girokonto eröffnen & Starguthaben sichern

Wer bei der Postbank ein Girokonto eröffnen möchte, muss im ersten Schritt auf der Homepage einen Fragebogen ausfüllen und diesen anschließend ausdrucken. Anschließend kann das Formular in eine Postfiliale mitgenommen werden, wo sich Neukunden mit Personalausweis oder Reisepass identifizieren lassen können (PostIdent-Verfahren). Der Postmitarbeiter leitet das Schreiben an die Bank weiter, die alle notwendigen Unterlagen inklusive Geheimnummern für Karten und Online-Banking in den darauffolgenden Tagen zusendet.

Die Postbank wirbt stärker als viele Konkurrenten um Neukunden, indem sie Gutscheine von bis zu 250 Euro in Aussicht stellt. Diese Summe setzt sich aus fünf Boni zusammen, die bei diesen Gelegenheiten bereitgestellt werden:

  • Bei der Kontoeröffnung
  • Wenn das Konto für Gehaltseingänge genutzt wird
  • Wenn regelmäßig Geld ein- und ausgeht
  • Für die Kundentreue (nach einem Jahr aktiver Nutzung)
  • Bei der erfolgreichen Weiterempfehlung an Freunde und Bekannte

Die Prämien werden jeweils nicht direkt auf das Konto ausgezahlt, sondern in Form eines Amazon-Gutscheins zur Verfügung gestellt. Kunden müssen jeweils ein Formular einsenden, um die Prämie zu erhalten.

Postbank Girokonto im Test

Die möglichen Gutscheine sollten die Entscheidung für die Postbank aber nur teilweise beeinflussen. Schließlich müssen vor allem die Konditionen an sich und der Service gut genug sein, um sich von dem Angebot überzeugen zu lassen. Einem Girokonto Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität im September 2015 hält die Postbank teilweise stand. Im Auftrag des Fernsehsenders n-tv misst sich das Geldinstitut mit 25 anderen Filialbanken. Dabei wird zwischen drei Nutzertypen unterschieden: Wer ausschließlich die Filiale nutzt und kein Online-Banking durchführt, ist mit der Postbank offenbar nicht gut beraten. Das Geldinstitut landet nur auf dem 26., also letzten Platz. Nicht einmal die Hälfte aller möglichen Punkte (46,4 von 100) entsprechen einer ausreichenden Note.

Ganz anders fällt das Resultat für die beiden anderen Zielgruppen aus: Wer sowohl Filiale als auch Online-Banking nutzt, ist bei der Postbank „gut“ (64,5 Punkte) aufgehoben. Noch besser als Platz fünf fällt die Bewertung allerdings für reine Online-Banker aus. Hier belegt die gelbe Marke den vierten Rang und erreicht mit 74,3 Punkten sogar eine sehr gute Bewertung. Für eine Filialbank ist die Postbank somit anscheinend sehr fortschrittlich.

Gute Testergebnisse für Postbank bei Euro am Sonntag 2015

Desweiteren gelangt die Zeitung €uro am Sonntag in ihrer Ausgabe 31/2015 zu einer positiven Einschätzung über die Postbank. Im Test, der 20 Filialbanken umfasst, werden die besten Girokonten für Studenten ermittelt. Mit der Note gut und 80,6 Punkten erzielt die Postbank ein ordentliches Resultat. Das beste Angebot wird jedoch durch die mittelmäßigen Konditionen und den durchschnittlichen Kundenservice relativiert.

Stiftung Warentest: Postbank nicht am günstigsten

Im Finanztets-Vergleich 9/2015 der Stiftung Warentest werden die Dispozinsen der Postbank eingeordnet. Zum damaligen Zeitpunkt zahlten Kunden 9,08 bis 10,95 Prozent obendrauf – damit zählt die Großbank nicht zu den günstigsten Anbietern, taucht aber immerhin nicht unter den „Schwarzen Schafen“ auf, die teilweise deutlich mehr als 13 Prozent abbuchen.

Focus Money: Top Platzierung für Girokonto der Postbank

Ein gutes Resultat erzielt die Postbank im Vergleich des Magazins Focus-Money 16/2015. Hier findet sich das Geldinstitut auf Platz zwei der besten bundesweiten Online- und Filialkonten wieder. Die hohe Anzahl der Filialen (23 pro Großstadt) sowie die langen Öffnungszeiten (51 Stunden pro Woche) sorgen für das gute Ergebnis. Die Konditionen des Girokontos sind hingegen bei einigen Anbietern ohne ein solch dichtes Filialnetz besser.

Fakten zur Postbank

Die Postbank gehört der Deutschen Bank, steht jedoch zum Verkauf. Erst 2015 hatte der Marktführer die Postbank übernommen – allerdings nicht mit den gewünschten Resultaten. Weitere Meilensteine in der Geschichte der Postbank waren die Gründung des staatlichen Postscheckdienstes zum bargeldlosen Bezahlen im Jahr 1909 und die Privatisierung anno 1995.

Das Kreditinstitut hat seinen Hauptsitz in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn und beschäftigt 14.774 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 verbuchte die Postbank in ihrer Bilanz eine Summe von rund 155 Milliarden Euro.

Postbank Adresse

Deutsche Postbank AG

Friedrich-Ebert-Allee 114 – 126

53113 Bonn

Telefon: 0228 920 – 0

Fax: 0228 920 – 35151

E-Mail: direkt@postbank.de (für Privatkunden)

business@postbank.de (für Geschäftskunden)

firmenkunden@postbank.de (für Firmenkunden)

Web: www.postbank.de
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